Entscheidungshilfe zum Ladungsausgleich

Oft möchte man wissen, welcher gemessener Parameter den Ionenbilanzfehler einer Wasseranalyse verursacht. Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Was man allerdings kann, ist den Kreis der möglichen “Fehler-Kandidaten” etwas einzugrenzen.

aqion_ladungsausgleich

Eine solche Möglichkeit bietet das Zusammenspiel von Ionenbilanz und elektrischer Leitfähigkeit (bzw. dem TDS-Wert). So folgt aus dem Vergleich der gemessenen mit der berechnenten Leitfähigkeit (LF-Wert), ob eine Wasseranalyse zu viel oder zu wenig Kationen/Anionen enthält.

Das rechte Bild zeigt ein Beispiel einer Wasseranalyse mit negativem Ionenbilanzfehler (also weniger Kationen als Anionen). Die Entscheidungshilfe (welche sich mit der Taste Details öffnet) gibt uns den Hinweis, welcher Parameter (Kation oder Anion) zum Ladungsausgleich heranzuziehen ist, und zwar:

  • Ist der gemessene LF-Wert größer als der berechnete (hier 1000 µS/cm), dann fehlen Kationen. Man nehme zum Ladungsausgleich daher ein Kation: Ca, Mg, Na, K oder Fe.

  • Andernfalls/Sonst: Ist der gemessene LF-Wert kleiner als der berechnete (hier 1000 µS/cm), dann gibt es zu viel Anionen. Man nehme zum Ladungsausgleich daher ein Anion: DIC, Sulfat, Chlorid oder Nitrat.

Damit ergeben sich zwei Fragen:

1. Was passiert, wenn man bei der Parameterauswahl genau das Gegenteil tut?

In einem solchen Fall würde man die Diskrepanz zwischen gemessenem und berechnetem LF-Wert (bzw. TDS-Wert) vergrößern.

2. Was ist mit pH als Ladungsausgleichsparameter?

Mit dem pH-Wert erzielt man in jedem Fall den Ladungsausgleich. Allerdings ist zu beachten, dass der pH-Wert meist recht gut/genau gemessen wird und die Fehlerquelle oft bei den Konzentrationsbestimmungen liegt.

Anmerkung. Die Entscheidungshilfe macht nur für Wasseranalysen Sinn, bei denen der gemessene LF- oder TDS-Wert bekannt ist.

[last modified: 2014-02-16]